Seid‘s herzlich gegrüßt, liebe Fangirls und -boys da draußen, zum zweiten Teil unserer „Weltreise-Saga“ - diesmal unter dem Motto „Hasi & Spatz on Tour 2026 - love, live, travel“!
Neun Jahre ist unsere letzte lange Auszeit her und die Reiselust drückt uns nun wieder hinaus in die Welt.
Wir laden euch ein, uns dabei bequem von zu Hause aus zu begleiten - ganz ohne Tigermücken, Jetlags und ähnliche Unannhemlichkeiten, die das Entdecken so mit sich bringen kann.
26 Buchstaben sollen mir hierzu ausreichen - das klingt verblüffend, genauso wie unsere schöne Welt.
Es wird ein ein Striptease in unsere Gedankenwelt werden, tabulos und bisweilen schmutzig. Nur unsere Mitreisenden werde ich verschonen und nicht vor euch ausziehen.
Für wen schreiben wir unser Reisetagebuch? Zum einen natürlich für all unsere Lieben zu Hause, um der ein oder anderen wehmütigen Omi auch in der Ferne nahe zu sein. Zum anderen hilft uns das beim Erinnern an all die wundersamen Begegnungen und kleinen Geschichten am Wegesrand, die wir erleben werden.
Da auch ihr mir euer Kostbarstes schenkt, eure Lebenszeit, werde ich mich neben dem Konservieren unserer Erlebnisse auch darum bemühen, bisweilen unterhaltsam zu schreiben und euch nicht mit Banalitäten zu langweilen.
Ihr werdet nichts davon lesen, wie wir irgendwo eine Hühnerbrühe löffeln, sondern ich werde versuchen, unsere Ansichten über die Welt in bewegende Sprache zu übersetzen.
Warum machen wir diese Reise? Unser Ziel ist es, jeden Tag ein bisschen weniger dumm und um ein paar Erfahrungen reicher ins Bett zu gehen. Kompakt zusammengefasst greife ich diesen Gedanken zum Ende des Kapitels noch einmal auf.
Am Vortag unseres Abflugs haben wir eine Punktlandung hingelegt: es ist kurz vor Mitternacht, unsere Wohnung ist fertig geputzt für den Einzug unserer Zwischenmieter am kommenden Tag, all unsere persönlichen Gegenstände haben wir in 15 Umzugskarton verfrachtet und in unseren Keller in feinster Tetris-Manier gestapelt.
Dann wiegen wir sicherheitshalber mal unser Gepäck. Oh nein - unsere Handgepäckstücke haben jeweils zwei bis vier Kilogramm zu viel.
Es hilft nichts, wir brauchen noch einen weiteren kleinen Puffer-Rucksack, den wir an unsere großen Reiserucksäcke clippen können. Doch dieser befindet sich im hinterletzten Keller-Eck, hinter all den penibel geschlichteten Umzugskartons.
„Lyssi, ich hab‘ eine Idee!“ - mit Wischmopp und Trittleiter bestückt gehen wir in den Keller, ich nehme die obersten Kartons von den Stapeln und verschaffe mir so eine Lücke unterhalb der Kellerdecke.
Ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt: der Moment im vollen Fokus, nachdem man einen schier horrenden Betrag in einen Greifautomaten geworfen hat, um das ersehnte Plüschtier zu ergattern. Jetzt kein Fehler, die Stange vom Wischmopp muss die Schlaufe des aufgehängten Rucksacks treffen, sonst fällt er ins Nirvana am Kellerboden und ein langwieriges Aus- und wieder Einräumen muss folgen.
Wir können es nicht glauben, als ich ohne Zögern zustoße und der Rucksack an der Stange hängt!
Nach einer viel zu kurzen Nacht klingelt um 6 Uhr der Wecker und wir machen uns mit der S-Bahn auf zum Flughafen.
Mein Blick schweift durch die Bahn und bleibt an meiner Kleenen hängen. Da steht sie nun, voller Vorfreude und mit ihrem T-Shirt, auf das sie unser Reisemotto geplottet hat (davon hat sie übrigens zur Sicherheit noch vier weitere im Gepäck).
Manchmal ahnt mein kleines Goldstück glaube ich gar nicht, welche Wonne ihr fröhliches Gesichtchen nach all den Jahren immer noch in mir auslöst.
Kennen- und lieben gelernt vor 17 Jahren beim Reisen führt uns unsere Leidenschaft nun gemeinsam um die Welt.
Neben all den Erlebnissen, die auf uns zukommen werden, freue ich mich auch enorm auf die viele intensive gemeinsame Zeit mit dem wundervollsten Menschen, dem ich je begegnet bin.
Das schreibe ich aus tiefster Überzeugung, herumschleimen muss ich nicht, denn meine Schwiegermutti Carina ist ähnlich toll und seit unserer ersten Begegnung haben auch wir beide eine ganz besondere Verbindung.
Während der Bahnfahrt merke ich bereits, wie meine Perspektive auf Weitwinkel wechselt. Ich lege die dumpfen dösigen Alltags-Automatismen ab und werde wieder „weltwach“. In den letzten Wochen hat sich unser Hamsterrad besonders schnell gedreht und nun haben wir souverän den Absprung geschafft.
Nicht dass wir unser alltägliches Leben nicht lieben würden, aber so viel Zeit ohne Arbeits- und Termindruck zu haben für all die Sachen, die einen wirklich erfüllen, das ist wahrer Luxus.
In diesem Sinne ein Aufruf an alle, die mit dem Gedanken an eine Veränderung spielen: auf geht‘s!
Jede gute Reise beginnt mit einem Weißwurst-Frühstück im Airbräu. Und so haben wir uns am Flughafen mit unseren lieben Mautzens verabredet, die zufälligerweise am selben Tag gen Urlaub fliegen - ein schöner Abschied von zu Hause in vertrauter Wohlfühlatmosphäre.
Die restliche Zeit bis zum Abflug verbringen Lyssi und ich in der Airport Lounge World, was für mich Plebs Neuland ist.
An einem sehr aufgeräumten und gut sortierten Tresen lasse ich meinem Spatz erstmal einen Cappuccino raus, nehme eine Glas zur Hand und rufe durch die die Lounge „Ey Lyssi, ich zapfe uns jetzt ein Weißbier, das hast du noch nicht gesehen!“.
Und schon kommt der Barmann um die Ecke und komplimentiert mich freundlich hinter den Tresen.
Von dort aus sage ich „Ok, ich hätte gerne einen Cappuccino, und zwar diesen dort!“ und zeige auf den soeben fertig tröpfelnden Vollautomaten. Der Barmann kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Während Lyssi vom satinierten Sessel aus unsere ersten Ausflüge plant, kümmere ich mich um die wirklich wichtigen Fragen, wie z.B.: riskieren wir durch den Transport meiner Reise-E-Gitarre, deren Röntgenbild einen eine verdächtige Kombination aus Litium-Akku und diverser Verkabelung zum Vorschein bringt, im Aufgabegepäck oder doch lieber stets im Handgepäck?
Ich werde wohl an zahlreichen Check-In-Schaltern eine Charm-Offensive starten müssen, um zwei Handgepäckstücke gratis genehmigt zu bekommen.
Beim unseren ersten Flug mit dem Ziel Hanoi haben meine bislang erworbenen Soft-Skills hierfür jedenfalls genügt.
Die Gitarre musste für die Seele jedenfalls mit und gehört neben Sport und Englisch-Vokabel-Training zu den drei täglichen Routinen, die ich mir für die nächsten Monate freiwillig auferlegt habe.
Der aufmerksame Leser erwartet noch eine tiefere Antwort auf die Frage nach dem Warum unseres Unterfangens. Nun, für uns ist „Reisen wie Geschenke einsammeln, die wir ein Leben lang zusammen auspacken und bestaunen können“. Noch sind die Seiten unseres Reisetagebuches alle leer und wir sind selbst maximal gespannt, was uns erwarten wird und meine Freude am Schreiben flammt auf.
Los geht‘s, kommt mit zu unserem ersten Stopp, dem kunterbunten Hanoi!
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